Frohes Fest! 80 Jahre Rolleicord vs. 0 Jahre Recesky

25122013339Seit gestern gilt es! Der Weihnachtsmann brachte mir den Kamerabausatz einer zweiäugigen Spigelreflexkamera komplett mit Werkzeug und Film. Dieser muss sich nun gegen eine 80 jährige Dame mit nur wenigen Altersblessuren behaupten. Die Art Deco Rolleicord hat meine Großmutter damals gekauft, und erst in der vergangene Woche habe ich erneut damit fotografiert… Mitte Januar wird sich dann zeigen wozu der Bausatz taugt. Ich werde berichten… Jetzt erst mal den Braten verdauen und gut ins neue Jahr gestartet.

Infrarotfotografie im neuen Gewand

infrarot königstein

Königstein vom Fuße des Liliensteins (SD14 Infrarot / 50mm)

Vor 20 Jahren hatte ich das erste mal einen Konica Infrared 750nm Film in meiner Kamera, der im infrarotem Spektrum fotografierte… immer mal wieder ließ ich mich in der Folgezeit von dramatisch dunklem Himmel, leuchtenden Blättern (alles was Chlorophyll enthält reflektiert Wärmestrahlung besonders gut überraschen und beeindrucken. Da diese Filme nur noch in der Wissenschaft eingesetzt werden, gibt es meines Wissens nur noch eine Variante auf Kleinbild. Auf der Such nach einer Alternative kam ich dann auf ein wenig beachtetes Feature meiner SIGMA SD14, die nach dem mit einem klick entfernten Staubschutzfilter die einzige DSLR neben dem aktuellen Sigmaflagschiff SD1 ist, die ohne aufwändige Umbauten für den infraroten Bereich sensibilisiert ist. Nun muss nur noch ein Filter vor das Objektiv welcher das sichtbare Licht blockiert und schon hat man eine bauchbare und bezahlbare Alternative zum nicht mehr verfügbaren Infrarotfilm. In diesem Spätsommer war ich damit ausser in der Sächsischen Schweiz erstmals im Bereich Akt unterwegs… was dabei herausgekommen ist gibt es hier in einer Woche zu sehen!

Aktuelle Bestandsaufnahme

Nach der Sommerpause sichtet man die eigenen fotografischen Ergebnisse (bald gibts die auch zu sehen) und rekapituliert, was man so gesehen und erlebt hat und schaut auch gern voraus, was der Herbst bringt. Bezüglich Ausstellungen konnte mich der Sommer nicht überzeugen. Weder die Jahresausstellung noch die Diplomausstellung der HfbK Dresden konnte mit spannenden fotografischen Positionen aufwarten. Interessanter ist da schon die aktuelle Ausstellung in der schwer zu findenden Galerie

Eine andere Begegnung der letzten Wochen fand ich jedoch bemerkenswert. Günter Starke stellte mir das Zukunftskonzept einer Stiftung Forum für Zeitgenössische Fotografie in Dresden vor, von der in den nächsten Monaten noch einiges zu hören sein wird. Hier sollen projektbezogen wichtige Kompetenzträger der Stadt zusammen kommen und größere Reichweite bekommen als dies Fotoinitiativen aus Dresden bisher schafften. Ich bin gespannt.

In der Dresdner Kursszene möchte ich aufs aktuelle Programm der Volkshochschule verweisen, welches nichts Neues, aber wie in jedem Jahr solide Ausbildungsangebote zum fairen Preis bietet.

Sommerworkshop 01.-03.08. bei parablau

Ich freue mich über die Einladung in der Blauen Fabrik einen Analogen Fotoworkshop im Rahmen der kommenden parablau Ausstellung Schnipsel anzubieten. Der Ausstellungstext

Conny Köckritz besaß noch nie einen Fotoapparat und würde bei den Wörten Blende Belichtungszeit Sport- oder Romatikeinstellung mehr als nur die Augen verdrehen. Trotzdem hat Conny schon immer Bilder im Kopf. Seit vielen Jahren bringt Sie diese per Ölfarbe zumeist gepachtelt auf Pappe oder Leinwand. Doch woher kommen diese, überwiegend abstrakten, Strukturen? Auf den ersten Blick sehen die Farbflächen aus wie ein Gedankenprodukt, aber dann hat man oft das Gefühl dies schon mal irgendwie wahrgenommen zu haben nur erinnert man sich weder an das wann noch wo. Manchmal sind es kleine Details, die aus der Abstraktion heraustreten und pointierten Realismus verkörpern. In Ihrer letzten Ausstellung am gleichen Ort war es dann der Zyklus Dünnes Haus / Dickes Haus in dem Bauernhäuser des Erzgebirges auf Ihre Farb- und Formensprache reduziert, die meiste Aufmerksamkeit erhielten. Immer noch denken viele die Abstraktion in Connys Gemälden wäre extrem. Hat dies nicht eher mit unserer viel zu flüchtigen Wahrnehmung unserer Umgebung zu tun? Für Conny ist das Fotohandy seit 2005 Recorder dieser kleinen feinen visuellen Genüsse des Alltags an der Sie uns mit der kommenden Ausstellung erstmals teilhaben lässt. Dabei kommt Ihr Normalbrennweite und hohe Tiefenschärfe der Handykamera zu pass, da oben genannte fotografischen Fachtermini hier einfach obsolet sind.

macht gespannt auf den Dialog zwischen den ausgestellten Handybildern und den im Workshop entstehenden Analogfotografien! Dies erst mal zur Planung… weitere Updates folgen!

Monochrome als neuer Hype?

Seit heute gibt es einen neuen RAW Kameradatenkonverter von SIGMA welcher es erlaubt, die aus der analogen Schwarzweißfotografie bekannten Aufnahme- und Dunkelkammertricks anzuwenden. Dies funktioniert nach eigenem Test zur Zeit leider nur mit x3f Dateien aktueller Merrill Kameras, wobei ich aber denke, das es nur Tage dauern wird bis ein Tweak dafür verfügbar ist und ich die SD14 Daten dort bearbeiten kann.

In diesem Moment frag ich mich, ob man das alles wirklich will und braucht, da man die gleichen Effekte auch mit den Funktionen Sättigung und Farbrad erreichen kann… nur die Filmkornsimulation muss man da noch im Photoshop oder GIMP machen und am Ende ist die Unbestimmtheit eines echten Dunkelkammerergebnisses doch viel spannender!

Dass  Schwarzweißfotografie ein Hype ist, zeigt ein weiterer radikalerer 6.800 € Ansatz:
Die Leica M monochrome mit einem 18 MP Sensor ohne Farbsensibilisierung!

 

Lochkamerafotos… dann doch ausgedruckt!

In der Galerie Adam Ziege auf der Louisenstraße in der Dresdner Neustadt eröffnete gestern eine interessante Fotoaustellung des Künstlerpaars Ulli Gabsch und Lilly Barthel… Das Ankündigungsbooklet war spannend gestaltet und machte neugierig auf die wohl zum großen Teil analogen Fotografien. Vor Ort wurde es dann klar, dass die sehr professionell und ästhetisch präsentierten Bilder dann doch zum großen Teil als fine art Pigmentdrucke ausgeführt waren. Bei der Sozialfotografin Lilly Barthel finde ich es auch vollkommen angemessen, da die Bilder wahrscheinlich auch digital aufgenommen wurden. Ulli Gabsch vergibt sich bei einigen seiner Akte und vor allem bei den Lochkamerabildern viel von der Aura und Einmaligkeit eines Silbergelantieneabzuges. Für mich schwingt dann immer die Frage mit: Wieviel Bildbearbeitung steckt in dem präsentierten Bild? Als Sammler stellt sich die Frage was mit den Bilddateien nach der meist auf 7 Exemplare begrenzten Edition passiert? Es Sind doch nur Bilder,  so der Titel der Ausstellung trifft hier m.E. daneben!

Photoshop CS2 zum ausprobieren!

Aus bisher nicht vollständig nachzuvollziehenden Gründen bietet die Firma Adobe seit kurzen einen Downloadlink zu Photoshop und Co. in der Version CS2 von 2005. Was interessiert das einen Analogfotografen, werden sicher einige Fragen? Zum einen hilft die digitale Bildbearbeitung Visionen zu generieren die analog nicht möglich sind …aber viel spannender finde ich Ideen digital (ohne Materialeinsatz) zu entwickeln und dann mit analogen Mitteln im Studio oder der Dunkelkammer umzusetzen. Die CS2 Version von Photoshop läuft auch auf älterer Hardware flüssig und hat einen Funktionsumfang der wenige Wünsche offen lässt.

Analoge Fotolinks

In einer ersten Bestandsaufnahme hab ich mal die lebendigen Links zur analogen Fotografie durchgeschaut und freue mich über Ergänzungen und Diskussion.

  • Die Analog Photography Users Group ist seit 2002 internationale Ressourcensammlung zum Thema mit 60.000 Mitgliedern
  • Auch fotocommunity.de hat ein spezielles  Analogforum
  • Dann gibt es zwei sehr spezifische Clubs (die ich noch nicht untersucht habe)
  • Daneben gibt es eine Reihe gleichgesinnter Fotografen mit umfangreichen Linksammlungen Herauszuheben ist m.E. monoart.de

 

Neue Fachzeitschrift für analoge Fotografie!

Irgendwas liegt in der Luft der Fotoszene… während ich am Launch von analogfotograf arbeite begegnete mir in der Bahnhofsbuchhandlung eine neue Fachzeitschrift, die sich mit genau der selben Thematik auseinander setzt: PhotoKlassik – Das Magazin für analoge Fotografie soll zukünftig vier mal im Jahr erscheinen und greift m.E. alle wichtigen Aspekte bereits in der ersten Nummer auf. Das verwendete 150g Profisilkpapier hat eine sehr angenehme Anmutung und der Druck lässt keine Wünsche offen… Übertroffen wohl nur durch einen echten fotografischen Abzug aus der Dunkelkammer. Den Machern des Magazins wünsche ich viel Erfolg!