Friedenstauben über den analogen Äther schicken

Als Kinder im Osten haben wir sie immer besungen, und im Sommer ’89 sah ich Sie das erste Mal an einer Wand der Eremitage hängen: Picassos Friedenstaube …

…das so Anfang März ’22 alles wieder zusammen kommt, hat wohl keiner erwartet. Als 1989 ein KGB Offizier noch in Dresden wohnte besuchte ich im Rahmen eines Lehrlingsaustauschs erstmals seine Heimatstadt Leningrad und war in den weißen Nächten total geflashed von der Aufbruchstimmung in der der Stadt und dem Gefühl, dass der kalte Krieg eigentlich nur gut zu Ende gehen konnte. Auf dieser Reise fotografierte ich auch meine erste DIA Serie, die ich letzten September zur zweiten langen Nacht des Diapositivs im Fotoforum zeigen konnte. …

Die Friedenstaube scheint heute, 33 Jahre später, ein wichtigeres Zeichen denn je, Dieses gilt es in die Welt zu tragen. Doch wie erreicht sie die, die nur noch gefilterte Informationen bekommen? … vielleicht kreativ auf Kanälen und in Formaten die keiner (mehr) auf dem Schirm hat, die sich aber durch das ommnipräsenten Smartphone überall dekodieren lassen. Mit SSTV (slow-scan-television) übertragen Amateurfunker seit vielen Jahren Fotos per Kurzwellen- oder UKW Funk weltweit (früher auch Zeitungen!!!). Auch die ISS sendet auf diesem Weg regelmäßig Bilder zur Erde. Was wäre, wenn auf allen Radio- und Funkkanälen diese Audiodatei abgespielt werden würde und die Menschen auf ihrem Smartphone mit einer SSTV App (im Martin1 Modus) dieses Bild erhalten:

SSTV (Martin1 Codec) Übertragung per Funk (mirdoschd.mp3)

Keine Ahnung ob das in der aktuellen Situation was nützt … aber besser als verkriechen und nichts tun ist es allemal.