Echtes Erleben ist analog und schwer zu fotografieren!

Wer sich erinnern kann ist nicht dabei gewesen dieser Slogan der Technoszene der 1990er beinhaltet viele wahre Aspekte! Da gibt es die Naheliegendenen und die im Kontext des Blogs eher zum Thema passenden: Diese Subkultur war wohl die letzte, die ohne Bilderstream stattfand und die mit den verfügbaren fotografischen Mitteln nur schwer zu fassen war. Gestern startete in der blauenFABRIK die sehenswerte Fotografieausstellug von Max Egorov Ballett Anatomie. Zur Eröffnung gab es eine überrraschende Tanzbildperformance die pünktlich startete. Viele Gäste hatten die Uhrzeit nicht so ernst genommen, kamen erst später, und waren dann enttäuscht, dass Sie dieses analoge Erlebnis verpasst hatten! Womit wir beim Eingangsatz sind! Können fotografische Bilder Erlebnisse transportieren? Im Auftrag des Veranstalters sollte ich Bilder von der Eröffnung machen und stand vor der Herausforderung: wie fotografiert man eine Fotoausstellungseröffnung ohne einfach nur die Bildern der Ausstellung in Ihrem Umfeld zu reproduzieren und digital konsumierbar zu machen.  Mit der Tanzperformance ergab sich dann die schöne Herausforderung die Bilder an der Wand mit der dynamischen Handlung der Tänzer zu verbinden und das ganze durch neue eigene Bilder erlebbar zu machen … das Ergebnis seht Ihr hier!

Fotofilmlinks

Der Blick in die aktuelle Ausstellungsszene wie z.B. der Fotobienniale zeigt, dass Fotografie sich gerade mal wieder intensiv hinterfragt. Inzwischen ist für viele der Gang in eine Galerie oder schon das Betrachten eines ausbelichteten/geprinteten Bildes mit seiner Haptik und Materialität analoger Fotogenuss, der immer seltener statt findet und damit einen gesteigerten Wert verkörpert. Dabei scheint es inzwischen gar nicht mehr eine große Rolle zu spielen, ob das Bild durch fotografische oder digitale Aufnahme entstanden ist.
ABER auf der anderen Seite gibt es eine Rennaissance der echten fotografischen Aufnahme, die ich an folgenden Entwicklungen festmachen möchte:

  1. SOFORTBILD: Neben Fuji hat nun auch Leica eine Instaxkamera im Sortiment und das Impossible Projekt hat nun den Polaroid Markennamen übernommen und kommt mit einer eigenen Kamera auf den Markt. Nicht zuletzt findet sich der totgesagte FP-100 Trennbildfilm immer noch auf der FujiWebsite.
  2. MARKENTRADITIONEN  werden wiederbelebt. So gibt es wieder interessante Filme von ADOX und den neuen P30 von FILM Ferrania aus dem alten Werk in Oberitalien. Unklar scheint derzeit die Zukunft von Kodakfilmen zu sein, die seit 2013 unter KODAK alaris firmierten! Hier ist die entsprechende Website derzeit ohne Inhalt, obwohl ich die Ehre hatte, noch vor einem Jahr einen Satz Testfilme zu belichten.
heutiger screenshot der kodak alaris website

heutiger screenshot der kodak alaris website

Meine Wand zu „SiebenWände-SiebenSichten“

Seit 10 Tagen hängt nun schon die Ausstellung in der blauenFABRIK in Dresden. Mit meinem Beitrag möchte ich auf verschiedene Materialitäten und der damit verbunden Wirkung einerseits  und auf die Grenzen des Mediums Aktfotografie andererseits eingehen. So finden sich im linken Rahmen sinnliche Alltagsszenen im engen Beschnitt! Nach rechts folgend dann der Versuch meinem eigentlich farbfreien Langzeitthema Infrarotfotografie durch Überlagerung mit einem Falschfarbthermografie und Leinwandprint eine zusätzliche visuelle Komponente zu geben. Mit den kleineren Formate in Alurahmen stelle ich erstmals Arbeiten der Serie: Silberschwarz, Leinenweiß und Wasserklar aus. Im folgenden klassischen Rahmen mit Passepartout findet sich eine Arbeit aus Brunnennymphen 2013 welche im Nachdunkeln zeigt, dass fotochemische Prozesse auch nach dem Verlassen des Labors weitergehen können und m.E. auch die Lebendigkeit eines fotografischen Bildes ausnmacht. Im die Wand beschließenden rechten Rahmen sind erstmals Bilder der Mittelformatschwarzweißserie: Nur eine Rolle öffentlich zu sehen in der ich Modelle (oft mit Jahren Abstand) noch einmal einlud um mit Ihren Aktbildern noch einmal in den offenen biografischen Dialog zu treten. In den ausgewählten Bildern durch Projektionen. Die parablau Ausstellung zeigt noch 6 weitere Sichten un ist bis zum 24.05. geöffnet

Meine Wand in der aktuellen Ausstellung in der blauenFABRIK

Meine Wand in der aktuellen Ausstellung in der blauenFABRIK

Aktausstellung: Sieben Wände – Sieben Sichten

Die Postkarte zur Ausstellung

Die Postkarte zur Ausstellung

Gestern eröffnete bei parablau in der blauenFABRIK die Aktfotoausstellung: Sieben Wände Sieben Sichten. Zur Einführung durfte ich einige Worte sagen:

Herzlich willkommen in der Blauen Fabrik! Die Infrarotaufnahme „Evil Queen above Decin“ empfing sie am Eingang und war auch schon einmal im Septemder 2016 teil der Eröffnungsausstellung hier am neuen Standort der Künstlervereinigung blaueFABRIK. Damals wurde ich mehrfach angesprochen, ob Akt überhaupt noch ein zeitgemäßes Genre der Fotografie ist! Brauchen wir heute noch Aktfotografie. Die Frage ist so alt wie das Medium, jedoch sind die Veränderungen der letzten Jahre besonders spannend!

Jedoch der Reihe nach nun ein paar persönliche Gedanken. Mich interessiert das Genre seit dem ich ernsthafter fotografiere und hab drei Bücher mitgebracht die mich persönlich geprägt haben.

  • Das bekannteste Aktlehrbuch der DDR … welches ich meiner Stadtteilbibliothek irgendwann abkaufte (Klaus Fischer: Fotograf und Modell)
  • Dann kam die Wende und Aktfotografie sollte auf einmal erfolgreich sein! (S. Pan A Wehrtmann: Erfolgreiche Aktfotografie) aber viel neues fand ich darin nicht.
  • 1993 waren beim fotografischen Abendstudium französische Autoren besonders gefragt und Lucien Clergue eröffnet sein Buch Practical Nude Photography mit dem Zitat „Nude photography is respect fort he human beeing. Once this principle has been accepted, the barriers fall and work can commence.“ Diese Sicht prägt mich noch heute!

Doch dann wurde irgendwann etwas anders. Dies bewog mich auf meinem Blog analogfotograf.de das folgende kurze Essay zu publizieren welches danach im Internet auf verschiedenen Kanälen diskutiert wurde:

Killt die Digitalisierung die Aktfotografie? (Oktober 29, 2015)

Zur Parablauaustellung im Simmelhochhaus im Herbst 2015 gab es dann die erste blaueSTUNDE die die Diskussion aus der Netzanonymität holte. Am Ende des Abends habe ich dann meine Eingangshypothese Die digitale Vernetzung killt das Aktfoto abgeschwächte zu Die digitale Verbreitung und die damit verbundene Gefahr der Verletzung von Persönlichkeitsrechten macht es Menschenbildern in der Kunstfotografie gerade schwer weiterentwickeln…dies sollte Ausgangspunkt für ein weiteres Podium sein!

Jetzt ergibt sich die Chance in dieser Ausstellung einen Einblick in die Themen Dresdner Fotografen zu geben, die sich nicht verstecken, sondern ab heute ihre Sichtweisen mit spannenden Serien, die nun greifbar an der Wand hängen, wirken, und sie als Betrachter erfassen wollen … zu diskutieren oder Sie einfach genießen oder entdecken zu lassen.

Zusammen gekommen ist vor nur 2 Wochen ein Kreis von Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Profession, die eint, dass Sie der Einladung auf einem thematischen Internetportal gefolgt sind und nun für fast drei Wochen diesen schönen Raum noch schöner machen! Danke noch mal! An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die besondere Herausforderung hinweisen die auf der Karte angedeutet ist: Viele Bilder verlassen heute nicht mehr den Leuchttisch des Internets … denken Sie mal darüber nach wie viele Bilder Sie nur noch in der Brillanz eines selbstleuchtenden Displays wahrnehmen ohne das diese eine Haptik und Stofflichkeit bekommen und den unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen eines Raumes ausgesetzt sind. Und wenn der Strom weg ist, ist das Bild weg! Nicht so mit den Bildern heute:

(Vorstellung der Beteiligten Fotografen: Steffen Drache, Georg Knobloch, Matthias Naumann, Dirk Roewert, Andreas Schmidt, Stefan Weißbach, Mario Uhlig)

Am 24. Mai schließt diese Schau mit einer Finissage, die noch einmal Raum geben soll das Thema über diesen Kreis hinaus durch Projektionen, Installationen, Performances und Diskussionen zu vertiefen. Das Programm hierfür ist noch nicht fix und alle Ideen können noch Ihren Platz finden.

Damit bin ich zurück am Eingangsbild „Evil Queen above Decin“ hat bis jetzt Häppchen und Sekt bewacht und freut sich auf Ihren Besuch. Die Ausstellung ist eröffnet!“

Während der Eröffnungsrede (Foto: Andreas Schmidt)

Während der Eröffnungsrede zu Sieben Wände Sieben Sichten  (Foto: Andreas Schmidt)

Porträt + Selfie= Superselfie…

…war der Titel des ersten halbtägigen Ferienworkshops den ich als Auftakt der pädagogischen Zusammenarbeit zwischen den Technischen Sammlungen Dresden und dem Forum für zeitgenössische Fotografie organisierte. Zehn Schüler im Alter von 12-14 Jahren kamen in den ehrwürdigen Ernemannturm um das kulturelle Phänomen Selfie in die eigenen Hände zu nehmen. Mit Jeanette stand mir eine erfahrene Co-Referentin zur Seite, die es immer wieder schaffte die von mir geplanten und vermittelten Inhalte auf die Teilnehmergruppe abzustimmen. Die Teilnehmer hatten bislang keine Fotokurse besucht und brachten für die Aufnahmen überwiegend ihre Smartphones mit. In der ersten Stunde stand das Thema (Selbst-)Porträt mit Schwerpunkt auf Gestaltung und Wirkung im Mittelpunkt. In der zweiten Stunde beschäftigten wir uns mit den optischen Prinzipien der fotografischen Aufnahme und der Nutzung dieser Prinzipien in der Porträtfotografie. Im abschließenden praktischen Teil entstanden Einzel- und Gruppenporträts der Teilnehmer, die jeder als Ausdruck auf Fotokarton im Format 15x20cm mit nach Hause nehmen konnte. Die vielfältigen Möglichkeiten in der Museumspädagogik der TSD geben hier Raum für weitere Vertiefungen des Kurses. Insgesamt war ich zufrieden mit diesem Auftakt und hoffe, dass die entstandenen Fotografien den Schülern noch lange Inspiration sind und die neuen Kompetenzen Lust auf weitere fotografische Projekte machen.

Der fotografische Februar

Der Leiter der TSD Roland Schwarz spricht zur Eröffnung

Der Leiter der TSD Roland Schwarz spricht zur Eröffnung

Vorgestern eröffnet in den Technischen Sammlungen Dresden die sehenswerte Ausstellung „Sonne auf Papier“, die sich der Wiederentdeckung alter fotografischer Techniken in der zeitgenössischen bildenden Kunst widmet. Das Dresdner Forum für zeitgenössische Fotografie hält dort am 26.02. dort seinen 9. fotografischen Salon ab und ab März gibt es Workshops zu verschiedenen klassischen Bildverfahren. Am gleichen Ort werde ich am 16.02. erstmals den Jugendworkshop: Porträt+ Selfie= Superselfie anbieten, worauf ich sehr gespannt bin.

Dieser Kurs beginnt mit den ästhetischen Grundlagen des (Selbst)Porträts und endet mit dem Wissen um aktuelle Trends 2017 und der Erarbeitung einer individuellen Bildsprache unter Ausnutzung der technischen Möglichkeiten. Dabei werden Verbreitungswege und Wirkungen kritisch diskutiert.

Portrait, dass ist das Stichwort für meine abschließende Empfehlung. Nach dem Auftakt im vergangen Jahr werden ab 02.03. erneut aktuelle Positionen der Porträtfotografie im Festspielhaus Hellerau und weiteren Galerien der Stadt gezeigt.

4 Nahseher in Dresden

Der neue Nahseher 3.0

Der neue Nahseher 3.0 (Album+MiniDisc)

Mit dem Ende der Schlafwagenära bei der Deutschen Bahn am vergangenen Wochenende habe ich nun den 3. Nahseher fertig gestellt. TRANSEUROPEEXPRESS kombiniert die Fotos einer Schlafwagenreise (NIKON F3 / TRI-X / HP5 / Belichtet ohne Zusatzlicht  und Ausbelichtet in voller Negativgröße ohne Beschnitt auf FOMASPEED vario) mit einer 20 minütigen Tondokumentation auf MiniDisc (dem letzten Tonformat, welches sich diskret ohne Computer schneiden lässt). Entstanden ist ein Album mit 40 Prints (20×30 cm) welches mit Kopfhören die Reise erlebbar macht. Bei ca. 30 Sekunden Betrachtungszeit pro Bild hat man genügend Ruhe, die einzelnen Details der Bilder bis zum letzten Silberkorn zu entdecken und auf sich wirken zu lassen. Öffentliche Präsentationen der Arbeit werde ich hier noch bekannt geben!

Zum Abschluss noch 3 Fotoaustellungsempfehlungen in Dresden:

  1. voll analog: Dabei gewesen – Fotografien aus der DDR-Zeit der ASA Gruppe Fotografie (Frank Höhler, Thomas Kleber, Georg Krause Jürgen Matschie) im Einkaufzentrum am Albertplatz
  2. Digital aber immer im Diskurs mit den bekannten Arbeiten ihres Manns: Die Selbständigen von Christine Starke im Raskolnikow, ihrem Atelier und weiteren Orten in der Dresdner Neustadt
  3. spannende Hybidarbeiten:  Aleksandra Śmigielska: Photographie zeigt zwei Serien der jungen polnischen Fotografin mit einer innovativen Sichtweise erstmals im Ausland im Rahmen von parablau in der blauenFABRIK.

PS: Alle genannten Ausstellungen sind Nahseher, da man hingehen muss und diese nicht über elektronische Abbilder im Netz wahrnehmen kann!

TRANSEUROPE Budapest Keleti im Vollmond mit EN Metropol (30x40 cm auf Kentmare Lustre Baryt)

Budapest Keleti im Vollmond mit EN Metropol (30×40 cm auf Kentmare Lustre Baryt)

Getestet: Cinestill 800Tungsten Film

Fotosession mit calendula auf cinestill in Leipzig 11/2016

Fotosession mit calendula auf cinestill in Leipzig 11/2016

Er lag schon einige Zeit bei mir im Kühlschrank und jetzt hatte ich endlich die Gelegenheit diesen neuen Film über den schon recht viel geschrieben wurde selbst zu testen. Die Erwartungen waren groß, so soll er erstmals das 35mm Aufnahmematerial der Hollywoodstudios in eine handelsübliche Kleinbildpatrone bringen und damit:

  • Neueste Emulsionstechnologie (Hohe Empfindlichkeit & kleines Korn)
  • Einen echten Kunstlichtfilm mit ISO 800
  • Optimierte Eigenschaften für die Hybridverarbeitung (=Negativscan+ Digitale Endverarbeitung)

Dies machte mich sehr gespannt. In zwei Shootings in gemischten bis herausfordernden Lichtverhältnissen konnte der Film in einer Nikon F3 mit Nikkor 1,4/50 und SIGMA 3,5/14 zeigen ob er die hohen Erwartungen erfüllt. Dabei habe ich die mittenbetonte Messung der F3 nicht alterniert und den Film im Fachlabor FotoGörner in Dresden als C41 verarbeiten lassen. Die Bewertung beruhen auf Standardscans und 10×15 Prints. Für eine vertiefte Betrachtung werde ich noch einmal optische Abzüge sowie optimierte Scans herstellen.

Die Ergebnisse:

  1. Fotografieren mit dem Wissen, Kinofilm zu belichten macht großen Spass!
  2. Es wird durch LED und Energiesparlampen immer schwerer, echte Glühlichtbeleuchtung 3200K zu finden!
  3. Schärfe und Überblendverhalten sind beindruckend
  4. ISO500 ist wohl geeigneter die beworbene Eigenschaft der durchgezeichneten Schatten im Standard C41 Prozess wirklich zu erreichen.

    Vernissage von Michael Kral im Secret Desire in Dresden auf cinestill 11/2016

    Vernissage von Michael Kral im Secret Desire in Dresden auf cinestill 11/2016

Fotoschauen in Dresden, München und Wien

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Nur noch bis 02.11. zu sehen: MAGNUM Fotograf Martin Parr in Wien

Man kann nicht behaupten, dass die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Fotografie in den großen und kleinen Galerien derzeit wenig Aufmerksamkeit bekommt. Hier meine aktuellen Empfehlungen:

LAST MINUTE: Wien, 03. Juni – 02. November 2016:
Martin Parr – A Photographic Journey
KUNST HAUS WIEN

Dresden, 07.Oktober 2016 – 18. November 2016:
„Berührungen“ – Werke von Jindřich Štreit und Svatopluk Klesnil.
blaueFABRIK

München,   ‐  FOTOGRAFIE HEUTE: DISTANT REALITIES
Pinakothek der Moderne 

und last but not least noch eine Überraschung in München, 29.09.2016 – 07.01.2017:

ALEXA MEADE: PREMIERES
Galerie INGO SEUFERT

Fotografie? Malerei? Performance?

 

Monat der Fotografie – Nachlese

Jetzt ist der Europäische Monat der Fotografie in Berlin Geschichte… aber ich will es nicht versäumen, hier einige Eindrücke zum Stand der Dinge des Mediums zu teilen. Die Flut der Ausstellungen schien schier unendlich! Daher hier exemplarisch Gedanken zu drei Ausstellungen die auch nach dem Ende des MdF weiterhin zu sehen sind:

  1. Memory Lab im Gropius Bau (noch bis 15.12.)
    sehenswert um einen Einstieg in das gesamte Spektrum der zeitgenössischen Fotografie zu bekommen. Mit dem etwas überladen Titel Sentimentalität werden Arbeiten in allen erdenklichen Techniken gezeigt die in beeindruckender Manier präsentiert werden.
  2. Bonkers – Bettina Rheims bei camerawork (noch bis 29.11.)
    Die Bildsprache von Bettina Rheims faszinierte mich seit den 90ern, wo ich ihren Bildband Cambre Close geschenkt bekam. Opulente Farbigkeit kombiniert mit perfektem Posing, welches trotzdem leicht daher kommt, geben den Bildern einen hohen Wiedererkennungs- und Schauwert. Bei den 150x170cm großen Abzügen konnte man sehr nah herangehen und ich vermochte nicht mehr zu sagen ob es sich um einen Mittelformatabzug vom Dia handelte (welches das bislang von der Künstlerin bevorzugte Medium war) oder doch ein inzwischen komplett digital erzeugtes Bild.
  3. so oder so – Klasse Marc Volk in neue Schule für Fotografie (noch bis 30.11.)
    Abschlussarbeiten von Fotoschulen sind immer wieder Indikatoren dafür, wo die Reise hin geht. Ein private Fotoschule ist da noch einmal besonders spannend weil die Absolventen im Gegensatz zu denen der Akademien schon das Ziel haben mit Fotografie klar Geld zu verdienen … und dazu ist die Präsentation genau so wichtig wie eine individuelle Bildsprache die trotzdem viele (potenzielle) Kunden erreicht. Die gezeigten Arbeiten sind alle technisch perfekt… aber somit auch etwas steril…
zodiak

Der mir unverständlichste Kunstankauf der Nationalgalerie … das Schwarzweißfoto eines russischen Mittelformatobjektivs in klassischer Produktfotomanier!

… vielleicht war da die Mantra des im Hamburger Bahnhof ausgiebig gezeigten Joseph Beuys wichtig: Dass auch Kunstwerke sich nach der Fertigstellung durch den Künstler weiter entwickeln und Verändern … dies ist bei chemiebasierter Fotografie auf jeden Fall gegeben. Beim Datensatz einer digitalen Fotografie lassen sich solche Vorgänge nur mit weiteren Algorithmen inszenieren.