Bis April 2022 im Museum!

Im Sommer überraschte und ehrte mich die Einladung von Volkmar Fritzsche in der kommenden 3. Ausstellung seines aktfotoARTmuseums Dresden unter dem Titel Aktfotokunst heute einige analoge Akte zu zeigen. Nun ist es Realität und je drei 30x40cm auf FOMAspeed gefertigte Handabzüge der Serien Prießnixen und Brunnennyphen hängen nun mit den Arbeiten von elf weiteren Fotograf:innen Im kleinen Museum an der Ecke Radeberger Strasse und Stolpener Straße.

Bei der Auswahl war mr besonders wichtig Bilder zu wählen die aufgrund der Situation überraschen und der Aktfotografie die Natürlichkeit zur geben, die Sie verdient hat! Die Ausstellung ist bis Mitte 2022 zu besichtigen und der Museumsbetreiber Volkmar Fritzsche freut sich auf den Besuch!

Dresdener Morgenpost vom 21.10.2021

Vernissagerede 36×36 im Luxuskunstkaufhaus

Fotografie und Se(x)chs

Als Fotograf der sich mit dem Sujet des Aktes beschäftigt wird man immer mal wieder gefragt, ob Fotografie mit Sex zu tun hat … und da sage ich: ja die Sechs… spielt eine vielfältige Rolle angefangen vom Sechseck, welches den idealen Kristall bildet und somit Grundform eines jeden Pixels auf dem digitalen Aufnahmesensor ist

… aber Sie sind ja sicher wegen Analogfotograf hier und da sind wir beim Namen des am heutigen Abend zentralen Films Polaroid 600 (was nicht nur 6 x100 sondern auch die Empfindlichkeit des Films in ISO ist). Doch dazu später mehr!

Die ersten eleganten Polaroid Kameras hatten zwei große Nachteile: der vergleichsweise hohe Preis und der niedrige ISO-Wert von nur 160. Das führte 1981 zur Einführung des 600er Films, und damit einer neuen Sofortbildkamerageneration. Der 600er Film hat das ikonische quadratische Bildformat übernommen (79 x 79 mm sichtbares Bild ohne Rand), was größer ist als das 6×6 cm Negativformat welches wir von klassischen Rollei und Pentacon Six Modellen kennen
… und schon sind wir bei der Quadratzahl von 6, die 36 ist und damit der Anzahl der heute fotografierten Bilder entspricht. Diese wiederum ergibt sich aus der typischen Konfektion eines Kleinbildfilms, der Basis für die anderen drei heute gezeigten Projekte bildet. Zwei sehen Sie bereits an der Wand Prager Str. 07/12/20 12:00-12:36 und Stahlbrode 23/08/20 08:00-08:36 dazu kommt nun noch die Diaserie Sicht 16/07/21 18:20-18:56 und LUXUSKUNST 22/09/21 19:54-20:30 auf Polaroid. Alle Serien entstehen also in 36 Minuten, sind unbearbeitete analoge Fotografien, wo der Film wirklich am Aufnahmeort gewesen ist und bei Dia und Pola sogar als UNIKAT … was Sie sehen gibt es nur im hier und jetzt. … irgendwie doch wie SEX. Bereits ein Jahr nach dem Erscheinen der Polaroid 600 gab es hierzu bereits Betrachtungen in soziologischen Fachzeitschriften z.B.:
Polaroid Sex: Deviant Possibilities in a Technological Age
Charles Edgley,Kenneth Kiser,


Da das neue hoch empfindliche Material in Kombination mit dem eingebauten Blitz Bilder in allen Situationen ermöglichte, die ohne Scham vor Fotogeschäft und Laboranten das Leben im hier und jetzt dokumentieren konnten … ist das Ergebnis klar… und wurde exzessiv genutzt! Bestes Beispiel ist:

Andy Warhol: Ladies & Gentleman, Sex Parts, Torsos, Polaroids

Here you will find over 400 Polaroids by Andy Warhol of street hustlers and call boys engaging in sexual acts and posing as drag queens. The pictures inspired paintings known as the Torso Series but, as Bob Colacello recounts, were known around the office as the Cocks, Cunts, and Assholes Series.

welches 2003 bei Walter König in Köln zum Listenpreis von 70$ verlegt wurde. Womit wir beim Luxuskunstkaufhaus sind, in dem wir heute zu Gast sind! Be smart buy art today … Denken Sie nach: Wer Andy Warhols Buch heute kaufen möchte, muss antiquarisch rund 200$ auf den Tisch legen! Damit komme ich zu meinem letzten Beispiel: Madonnas opulenter limitierter Fotoband SEX erschien 1992 und war ähnlich wie ein frischer Polaroidfilm oder auch ein Kondom in Zellophan eingeschweißt … ungeöffnete Exemplare werden nun 30 Jahre später auf Auktionen und im Netz für ca. 900$ gehandelt, während es geöffnet nur ein sechstel Kostet! Und da sind wir wieder: Kunst ist Luxus und immer auch irgendwie ein Versprechen eines knappen Guts …

Analogevents der Woche

In dieser Woche gibt es (mindestens) zwei mal analoge Fotografie in Dresden zu erleben:
Morgen = Mittwoch ab 18 Uhr: 36 Bilder in 36 Minuten (Performance und Ausstellungseröffnung) im LUXUSKUNSTKAUFHAUS im Kulturschaufenster Hauptstraße. 44

Wochenende = Samstag ab 19.30 Uhr: Zweite Lange Nacht des Dia Positivs (Technik Vorträge Installationen) FOTOFORUM Kamenzer Str. 19

An beiden Orten gibt es diese Woche weitere spannende Abende zu erleben: Heute = Dienstag ab 18 Uhr im LUXUSKUNSTKAUFHAUS: FLEISCHEREI (Gruppen Ausstellung und Installation: Conny Köckritz )Übermorgen = Donnerstag ab 19 Uhr im FOTOFORUM: KALT (Ausstellungseröffnung: Thomas Judisch Stefan Krauth) 

PC Nude – das aktuelle DIA Projekt

PC Nude unter diesem etwas kryptischen Titel habe ich bereits vor einem Jahr mein aktuelles DIA Projekt angekündigt. Technisch setzt es Switch Panorama (2 6×7 Dias werden zu gedrehten Panoramen zusammen gesetzt und als Unikate auf Leuchtkästen präsentiert) fort. Nunmehr sind es 3 Studiodias mit Körperporträts. Diskutieren möchte ich mit dieser Reihe dabei die Veröffentlichungsregeln der sozialen- und Fotonetzwerke, die meines Erachtens auch in den künstlerischen Galeriepräsentation immer stärker Einzug halten, und dabei den porträtierten Menschen zur Wahrung der “political correctness” um wichtige Attribute beraubt.

Aus der Serie PC Nudes | 3 DIAPOSITIVE (7x22cm)

1. Streamingsalon aus dem FOTOFORUM 19.2. 19 Uhr

Spezielle Zeiten bedürfen spezieller Formate! Seid gespannt auf weitere Ankündigungen. Mehr Informationen auf der Terminseite des Fotoforums.

Hygienegerechtes Weihnachts-Fotostudio zugunsten der blauenFABRIK

Mittelformatfotografie mit Mamiya RZ 67 oder mit der Rolleicord 6×6 aus dem Jahre 1934

Nach dem Erfolg des Mitmachstudios im Frühjahr und den geltenden Veranstaltungsverboten für alle sonstigen Angebote und Ausstellungen des Kulturvereins habe ich im Projektraum der blauenFABRIK erneut ein Medienstudio zur individuellen Nutzung aufgebaut. Neben dem Fotostudio (schwarzer/weißer Papierhintergrund 3m breit / 2x Tageslichtlampen / 2x Blitz) stehen erstmals auch Webkonferenz/Streamtechnik für die individuelle haushaltgemeinsame Nutzung auf Spendenbasis an die Künstlervereinigung zur Verfügung. Das Angebot besteht vorerst bis Weihnachten, kann aber, wenn mehr Interesse besteht, bis zum 10. Januar verlängert werden. Bitte meldet Euch bei mir mit Euren technischen Anforderungen (hier kann ich vielfältige Fototechnik zur Verfügung stellen) und Eurem Spendenangebot. Wenn alles passt vereinbaren wir einen Termin für Einführung in die Technik und Schlüsselübergabe … Fotografieren statt sich Weihnachten die Decke auf den Kopf fallen zu lassen! Euren Terminwunsch tragt Ihr am Besten ins Nexclouddoodle ein

Die ganze Nikonfamilie vereint… leider muss die digitale D700 etwas Abseits stehen 🙂

>Brücke< Projekt 2020

Das Frühjahr 2020 war geprägt vom Hinterfragen vieler Werte und Beschäftigungen sowie einem allgemeinen Innehalten. Dabei wurde der Bewegungsradius kleiner und auch ich begann mich mit meiner näheren Umgebung zu beschäftigen. In Mittagspausen fuhr ich viel Rennrad und gelangte dann mehr oder weniger zwangsläufig vom Dresdner Norden in die Teichlandschaft von Moritzburg. Sicher, das gleichnamige Schloss kennt jeder (Drei Haselnüsse für Aschenbrödel), auch der Leuchtturm am Bärwalder See war schon vor 5 Jahren mal Kulisse einer Infrarotfotosession. In meinem Kopf sind dann noch die Bilder der Künstlergruppe Brücke, die mir in einem Buch im Elternhaus erstmals und dann in den letzten 30 Jahren in den Museen der Welt immer wieder begegneten und Bezug auf die Gegend nehmen.

…dieser Text ist der Einleitung meines 2021 erscheinenden Fotobuchs entnommen. Schon jetzt verfügbar ist der Wandkalender120 Jahre Kunst und freies Denken an den Moritzburger Teichen” (25 €; 21x21cm; Digitaldruck; Auflage 50), den ich komplett mit der Rolleicord meiner Großmutter aufgenommen habe. Die folgenden Filme kamen zum Einsatz:
ein Ilford HP5+ für die Reminiszensen an die Brückebilder und
ein KODAK PORTRA 160 für die Bilder aus Bad Sonnenland

Im Laufe des Sommers entstanden weitere Bilder auf Kleinbildfilm und Infrarotaufnahmen mit der SIGMA SD 14 die dann in Buch und Ausstellung zu sehen sein werden.

Infrarotaufnahme mit Schautafel des Brückewegs und Stehpaddlern (2020)

26.09.20 Die lange Nacht des DIA Positivs

Bericht:
Es war ein Abend, der das Medium Dia in allen Facetten feierte. Auf einer zentralen Bildwand verzauberten wechselnde Shows. Es wurde über das Medium diskutiert und ungesehene Schätze kamen zum Licht. Diafotografie war bis zur Jahrtausendwende das Maß der Dinge, wenn es in der Fotografie um die Abbildung feinster Details in höchster Dynamik ging. Es war ein erhebendes Gefühl, wenn der Raum abgedunkelt wurde und Bilder vor einem großen Publikum ihre Wirkung entfalten konnten. Kein elektronisches Medium konnte zu dieser Zeit eine solche Wirkung entfalten.
Das Programm:
Uwe Reese: Libyen (Multimediaüberblendshow)
– Georg Knobloch: Dresdner Zwielichtecken (Langzeitprojekt 2010-2020)
– Stephan Hein: Latvia 2016 (Schwarzweiß Dias)
– Günter Starke: Bunte Republik Neustadt 1995
Robert Ludewig, Anette Nickel, Jan Oelker: Found Photography in Kleinbild und Mittelformat.
conny & georg: Chillloutsession mit Tonband und Analogvisuals

Das Tonband passt wunderbar zum Kodak E100 (Foto: Günter Starke)

Organisiert wurde diese Veranstaltung als Salon des Forums für Zeitgenössische Fotografie Dresden e.V. im Rahmen des Neustadt Art Festivals. Gefördert wurde sie mit Mitteln des Kulturamts der Landeshauptstadt Dresden im Rahmen der Projektförderung für das FOTOFORUM.

Ankündigung und Einladung: Zum diesjährigen Neustadt Art Festival lade ich am 26.09. zur langen Nacht des DIA Positivs ins FOTOFORUM ein. In der heute dort startenden Ausstellung Taken spielen DIAS schon eine

Rollei Twin

herausragende Rolle, welche an diesem Abend noch einmal besonders betont werden und möglichst viele Aspekte des Mediums erlebbar machen soll. Dafür gibt es zwischen 19 und 23 Uhr 4-5 45 minütige Zeitfenster die gefüllt werden wollen. Schickt mir Eure Idee bis zum 19.09. und ich werde diese zu einem spannenden Programm zusammenstellen! Vor Ort wird dann ein Überblendprojektor und ein Mittelformatprojektor verfügbar sein… und alles, was Ihr noch an Technik ergänzt!

Fotos zum Buch

Im November erscheint ein persönliches Buch zur Besiedlungsgeschichte eines speziellen Teils Nordböhmens. Der Autor bat mich, den Weg vorab schon einmal fotografisch zu bereisen.

Neben Bildern fürs Buch entstand eine Serie von 360 Grad Aufnahmen, die den Weg erlebbar machen sollen und auch dem Leser später als Onlinereferenz für die beschriebenen Orte zur Verfügung stehen werden. Neben der Website zum Buch werden die Bilder auch bei google Street View eingebunden und erreichen damit eine weltweites Publikum. Überrascht war ich von der Reichweite solcher Bilder… so hatten meine Testaufnahmen aus Dresden und dem Erzgebirge 5000 bzw. 7000 Ansichten binnen eines Monats erreicht.

ComeIN-LookOUT verlängert!

Seit ich Christian Hucks Essay Digitalschatten gelesen habe und mit dem Herausgeber des Sicht Fotomagazins sprach verändert sich mein Blick auf das analoge Bild auf Papier als Resultat fotografischen Bemühens. Erst wenn es diesen Status erreicht hat bekommt es seine echte Größe! Im FOTOFORUM wurde nun die Sommerausstellung mit Fotografischen Arbeiten aus der HfbK Dresden verlängert und kann nun noch bis Mitte August immer Sonnabend von 14-18 Uhr besichtigt werden. Damit man weiß, wo man hin geht, ohne zuviel vom echten Inhalte Preis zu geben hier eine virtuelle Tour durch die Ausstellung. Solche 360 Grad Bilder sind in meinem Verständnis eben gerade keine Fotografie.