#NAKED Ausstellung in der blauenFABRIK

Am vergangenen Freitag eröffnete bei parablau die diesjährige Gemeinschafts-Akt-Ausstellung von PORTRAITS, dem FOTOFORUM und STR(i)K(i)NG in den Ausstellungsräumen der Blauen Fabrik (Eisenbahnstr.1, 01097 DD). Erneut durfte ich die Gesamtkonzeption übernehmen und somit auch den Spagat zwischen den 5 (+6) verschiedenen Positionen aushalten, was wieder viel Freude bereitete. Wie im vergangenen Jahr werden im Projektraum Arbeiten von Künstlerinnen aus dem PORTRAITS Wettbewerb gezeigt. Unter dem Hashtag NAKED kommen hier zwei Serien zur Ausstellung, deren Aktfotos nicht als Ziel sondern als Resultat einer Beschäftigung mit der Thematik Körperlichkeit entstanden, wie Martin Morgenstern ausführte. Charlotte Ernst schreibt über Ihr Projekt:

Der Weg des Qhapac Ñan (Mexiko 2019) kann als tiefgreifende ethnografische Studie verstanden werden, die die rituellen Heilprozesse der New Age Generation mit dem Peyote-Kaktus erforscht. Das Projekt entstand im Kontext einer dreimonatigen Pilgerfahrt durch die  Wirikuta Wüste im Nordwesten Mexikos. Hier ist der psychoaktive Kaktus beheimatet, welcher seit Jahrtausenden vom Stamm der Wixárika-Indigenen als heilige Medizin konsumiert wird. Die Bilder – zum großen Teil weibliche Aktfotografien – zeigen sowohl Momente der Begegnung als auch Augenblicke der Abgeschiedenheit. Sie hinterfragen in teilhabender Beobachtung die vorherrschenden sozialen Konventionen und Anschauungen der westlichen Mainstream-Gesellschaft, die noch immer fruchtbaren Grund für Strukturen der Ungleichheit und Diskriminierung bieten. Durch die Verletzlichkeit des nackten menschlichen Körpers wird der Zwiespältigkeit persönlicher Erwartungen und sozialer Normen der Spiegel vorgehalten. Die Serie ist eine Hommage an die menschliche Würde, die die Schritte des langen, teilweise steinigen Weges der Selbst-Erkennung mit einem hoffnungsvollen Blick beleuchtet. Es ist ein Wegweiser, geboren aus einem fantastischen zwischenmenschlichen Experiment in Richtung der eigenen und der kollektiven, selbstbestimmten Identität.

Johanna Rübel wiederum lädt professionelle Kunst(hochschul)modelle zu Porträtaufnahmen zu sich in Studio:

 Series “Lifemodels”, 2014: After moving from London to Berlin in 2008 I decided to pick up life drawing which I had enjoyed while at college. I started going to a friday evening class. There is a tea break when everyone has a chat, but apart from that it’s a quiet affair. Everyone is concentrated and lost in their thoughts. This year I decided to ask my favourite life models to my studio to photograph them.
Im Lichthof sind die Arbeiten von regionalen Fotograf*innen zu sehen die sich dem Thema Aktfotografie von ganz unterschiedlichen Richtungen nähern. Die Positionen wurden von Mitgliedern des Fotoforums vorgestellt.
Birgit Ittershagen – Hammer präsentierte die Arbeiten von Kirsten Mann:

 

Heute Abend habe ich das große Vergnügen, ich Ihnen zwei Fotografen mit ausgewählten fotografischen Arbeiten vorstellen zu können. Bei meinen Gesprächen mit beiden habe ich viele Gemeinsamkeiten festgestellt, obwohl beide Fotografen aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen. Das finde ich besonders spannend.

Die Fotografien

Die S/W-Fotografien von Kirsten Mann sind minimalistisch, sie spielt gekonnt mit dem Licht und Schatten und lässt Körper-Landschaften entstehen. Bei ihren Aktenaufnahmen geht es um Wertschätzung um „die Huldigung des menschlichen Körpers“ wie sie es ausdrückt. Dabei ist ihr Ästhetik und Schönheit besonders wichtig, sie möchte den Genuss des Nacktseins fotografisch einfangen. Sie arbeitet gern im Detail und setzt das Licht gezielt, um Formen und Figuren zu erschaffen. Für sie ist der menschliche Körper etwas Schützenswertes, was sie mit dem reduzierten Einsatz von Licht zum Ausdruck bringt. Deshalb arbeitet sie mit großer Vorliebe im Atelier, wo sie alle Möglichkeiten hat, mit Licht und Schatten zu spielen.

Bei den hier ausgestellten Fotografien geht Kirsten Mann noch ein ganzes Stück weiter. Während des Auswahlprozesses zu dieser Ausstellung wird ihr klar, dass sie den ganzen Prozess von der Aufnahme über die Entwicklung bis zur Hand-Vergrößerung in ihrer Hand haben möchte. Sie wollte von Anfang bis Ende analog arbeiten, deshalb wählte sie S/W-Negative aus, die sie im eigenen Labor vergrößert hat.

Sie sagt:“ Wenn ich Negative selbst vergrößere, haben die Fotos einen anderen Charakter eine andere Bedeutung für mich. Der Prozess der entwickelt sich, er ist lebendig, wenn ich ihn selbst in der Hand habe.“ Das kann ich ein sehr gut verstehen und ich glaube, diese Lebendigkeit in ihren Vergrößerungen auch zu erkennen.

Die Menschen, die Kirsten Mann fotografiert, sind Leute von der Straße, die zu ihr ins Atelier kommen. Für sie auch immer wieder eine besondere Herausforderung, die Balance zu finden zwischen ihren künstlerischen Anspruch und dem Wunsch des Kunden. Bei Aktaufnahmen bedeutet das für sie, ein noch sensiblerer Umgang mit den Menschen. Die Kunst – in kurzer Zeit, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, in der Fotograf und Model eine Beziehung aufbauen können. Und am Ende professionelle Ergebnisse entstehen, die ihrem künstlerischen Anspruch genügen und dem Wunsch des Models entsprechen. Eine große Kunst – finde ich.

Die Fotografin

Kirsten Mann, Jahrgang 1964 hatte bereits als Kind erste Kontakte mit der Fotografie, als sie ihrem Vater im Heimlabor beim Vergrößern über die Schulter schaute. Sie arbeitete in einer Fotografie-AG in der Schule, erste fotografische Erfolgserlebnisse feierte Kirsten mit ihrer ersten eigenen Kamera einer Penti. Wie die aussah, kann sie ihnen gleich selbst erzählen.

Es folgte eine Ausbildung zur Fotografin, aus in dieser Zeit kennen wir uns. 1991 schloss sie ihre Meister- Ausbildung ab. In den 90er-Jahren hat sie auf verschiedenen fotografischen Gebieten in einigen Fotoateliers in Dresden gearbeitet oder bevor sie 1998 ihr eigenes Fotoatelier „Lichtbild“ in der Dresdner Neustadt eröffnete. Schnell hatte sie sich einen Namen als Porträt- und Dokumentarfotografin aufgebaut, weil ihre Aufnahmen sehr lebendig – wie zufällige Schnappschüsse wirken. Das Authentische hat viele ihrer Kunden sofort angesprochen.

Neben ihrer Arbeit als Porträt-Fotografin, gab es in ihrem Atelier er auch eine Ladengalerie, in der sie wechselnde Ausstellungen mit interessanten Fotografen organisierte, ein Highlight war die Ausstellung des tschechischen Fotografen Jan Saudek – bekannt für seine S/W Aktaufnahmen.

Mit Aktfotografie beschäftigt sich Kirsten Mann seit Beginn der 2000er Jahre. Zu Beginn noch rein analog später natürlich auch digital wobei sie die Erleichterungen der digitalen Fotografie sehr schnell schätzen lernte, insbesondere keine zeitraubende Retusche mehr. In dieser Zeit waren die Leute sehr aufgeschlossen und die Aktfotografie sehr gefragt. Das hat sich in den letzten Jahren geändert und Kirsten ist der Meinung, dass Aktfotografie im privaten Bereich aktuell weniger gefragt ist. Stellt sich mir die Frage – warum eigentlich?

Kirsten lebt ihre Passion, lebendige und authentische Aufnahmen von Menschen für Menschen zu kreieren, die diese intensive, schöpferische Arbeit wertschätzen können. Kommen Sie mit ihr ins Gespräch.

und Matthias Naumann:

Gitarren und andere Zupf-Instrumente hingen an der Wand, ein überbordendes Bücherregal fiel mir auf als ich Matthias Naumann kürzlich besuchte. Erst mein zweiter Blick fiel auf den Schreibtisch mit zwei großen Bildschirmen, die vermuten ließen, dass hier nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Fotograf zu Hause ist. Ein privilegierter Fotograf, der nicht von seiner Arbeit leben muss, gute Voraussetzungen also für künstlerisch anspruchsvolle Fotografie.

Die Fotografien

Gleich zu Beginn unseres Gesprächs meint Matthias: „Das was ich mache, ist eigentlich keine Aktfotografie. Bei mir steht die Geschichte im Vordergrund. Ich baue den Körper in die Bildkompositionen ein, ich möchte ihn in Beziehung setzen.“ Der nackte Körper ist unmittelbarer, für ihn die natürlichste Daseinsweise.

Die Fotografien, die Matthias Naumann für diese Ausstellung ausgewählt hat, erzählen eigene Geschichten, denen das gleiche Thema zugrunde liegt.
Dezent eingesetzte Gegenstände, Spiegel oder Schatten unterstützen seine Bildsprache genauso wie der sinnliche Text das Thema der Geschichten bereichert. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, tauchen sie einfach selbst in seine Bildkompositionen ein.

Seine Aufnahmen entstehen digital, entscheidend ist für ihn das Bildergebnis und nicht, wie er dahin gekommen ist. Nur selten arbeitete er noch analog, wenn im Mittelformat, dann greift er zu seiner Rolleiflex, aktuell ist die analoge Fotografie für ihn eher Liebhaberei.

Seine Modelle kennt er meist schon länger, ihm ist es wichtig, dass vor dem Fotografieren eine Beziehung da ist, er will vor den Aufnahmen ins Gespräch kommen. Seine Fotografien sind keine Auftragswerke, er schätzt die Freiheit, sich ganz auf seine künstlerische Ausdrucksweise konzentrieren zu können. Seine Bilder entstehen häufig in der Natur oder in der natürlichen Umgebung der Modelle und ab und zu nutzt er auch das Atelier für seine fotografischen Arbeiten. Natürlichkeit ist ihm wichtig, sowohl bei der Auswahl seiner Modelle, die sich ganz natürlich zeigen wollen, als auch beim Licht, das nie im Vordergrund steht, sondern nur ergänzend wirkt. Seine Arrangements dienen als Untermalung der zu erzählenden Geschichte.

Der Fotograf

Matthias Naumann, Jahrgang 1957, verheiratet, Kinder, Enkel… lebt in Dresden und arbeitet als Sozialpädagoge. Er fotografiert auf seinen Reisen durch Europa, Nordafrika, Nepal und Nord-und Südamerika. Die eingefangenen Eindrücke zeigte er in verschiedenen Reiselichtbilder-Vorträgen. Sein Interesse an der Fotografie hat er beim Paddeln auf Marokko entdeckt. Seit dem Jahr 2000 beschäftigte er sich ernsthaft mit der Fotografie. Seine erste Kamera war eine Canon SLR, mit der er hauptsächlich Farb- Diafilme belichtete, die er zu Reiseberichten verarbeitete.

Etwas später, als die Qualität der Digital-Fotografie gut genug war, wechselte er von analog auf digital, um den Prozess besser beeinflussen zu können. Noch etwas später erweiterte er sein fotografisches Profil und wendete sich intensiv der Porträt- und Aktfotografie zu. Ihn interessieren die möglichen und unmöglichen Geschichten hinter den Gesichtern. Veröffentlicht wurden seine Bilder in verschiedenen Personal- und Gemeinschaftsausstellungen sowie in Büchern und Zeitschriften.

Beide von mir vorgestellten Fotografen freuen sich, dass es noch Orte wie die Blaue Fabrik in Dresden gibt, die sich bewusst dem Thema Aktfotografie widmet und Fotografen die Möglichkeit gibt, ihre Aufnahmen ausstellen zu können.

Ich durfte die Arbeiten von Steffen Drache präsentieren, der sich seit vielen Jahren kontinuierlich mit ästhetischer Aktfotografie auf hohem technischen Niveau beschäftigt. Die sechs Arbeiten in dieser Ausstellung sind in den letzten beiden Jahren auf Reisen oder on location entstanden. Die digital aufgenommenen Arbeiten wurden nur sehr behutsam nachbearbeitet so das Diese nie ihren natürlichen, fast naturalistischen Eindruck verlieren. Einem Trend zur Slow Photography folgend arbeitet Steffen derzeit verstärkt mit einer 4×5 Plattenkamera, um weiter zur Essenz des Mediums vorzudringen.

Matthias Naumanns Credo: Ein Bild gehört an die Wand war meine Vorlage bei der Präsentation der vierten Wand des Lichthofs. Hier versammeln sich in einer Installation auf elektronischen Bilderahmen sechs Positionen aus dem Internetportal STRKNG, deren Schöpfer als Herkunft Sachsen und als Thema Nude angegeben haben. Die Präsentationsform greift viele Aspekte unserer typischen Bildrezeption auf. Brilliante selbstleuchtende Bilder, die auf kleinformatigen Bildschirmen durch wischen gewechselt werden und für uns nicht mehr wahrzunehmen sind wenn die Stromversorgung abbricht … lasst Euch inspirieren, besucht die Ausstellung bis zum 27.03. (Mi & Fr 15-18 Uhr) und kommt zum fotografischen Salon #NAKED am 20.03. 19 Uhr um den Diskurs zu vertiefen.

Mittelformatdiaprojekte „Switch Panorama“ & „PC Nude“

Wundertüte bei parablau

Seit ich mit der Mamiya RZ67 unterwegs bin frage ich mich:
Was könnte man eigentlich mit 6×7 DIAs anfangen?
Ein geeigneter Projektor ist unbezahlbar…  und wer will eigentlich zu so einem Diavortrag kommen? Seid es kein Ilforchromematerial mehr gibt, kann man auch keine „lichtbasierten“ Vergrößerungen von den DIAs mehr erstellen. Als Fuji dann 2017 den FP-100 Trennbildfilm eingestellt hat, war die Frage nach den kreativen Möglichkeiten nun erneut virulent! Die Einzigartigkeit eines Diapositivs und die 4fach größere Fläche gegenüber dem Kleinbild ergibt ein Lichtbild, welches ohne technische Hilfsmittel vom Menschen wahrgenommen werden kann. Wenn man die Fläche durch die Nutzung zweier Bilder  noch verdoppelt kommt man auf ansehnliche Bildformate von 6x15cm. Die Serie Switch Panorama (2017 in Osttirol aufgenommen) war das erste Ergebnis dieses Ansatzes. Der ein klassisches (Berg-)Panorama erwartende Betrachter wird zweifach um die Ecke geführt.
Zum Einen wird das von einem Standpunkt erfassbare Bergidyll der vom gleichen Standpunkt aus sichtbaren menschveränderten Bergwelt gegenüber gestellt.  Zum Anderen muss man genau schauen um zu erkennen dass die scheinbar unabhängigen Bilder an den Aussenrändern einen Anschluss haben und so ein Panorama bilden. Ein Teil der Serie wurde im Oktober 2019 erstmals zur Wundertüte bei Parablau gezeigt. Zur Benefitzauktion des Fotoforums Dresden am 07.12.19. kommt Innerwillgraten I mit einem Aufrufpreis von 120€ unter den Hammer.

Wie geht es weiter?
In den letzten Monaten hat der Trend zur Selbstzensur von Aktfotografie nicht nur im Netz weiter zugenommen. Dies zeigt sich in den Veränderungen der hochgeladenen Sujets auf Portalen wie STRKNG und den spärlichen Einreichungen von Aktfotografien bei aktuellen Wettbewerben. Ich würde das Thema gern provokant diskutieren und freue mich auf das nun startende Projekt PC Nude welches erneut in Mittelformatdiatechnik Unikate (6 x 23cm) schaffen wird!

Intervention: „reality check“ bei AKT2019!

Mein letzter Beitrag diskutierte ich die heute zu Ende gegangene Ausstellung in der blauenFABRIK. Beim OpenArtSpace zu Ostern entstanden zwei Arbeiten die heute zur Finissage einmalig zu sehen waren:

Installation im Projektraum : reality check I:

Die Serie Look at me von Matthias Schneege zeigt Körperporträts von Frauen, deren Porträtdarstellung erst durch eine Aktfotografie vollständig wird, da ihr Körper durch Tattoos, Piercings und zum Teil Implantaten eine erweiterte Identität erhielt. Was aber ist mit Menschen, die sich eher durch ihre Bewegungen und Handlungen ausdrücken? Benötigen diese auch einen erweiterten Porträtbegriff? Gemeinsam mit einer Pole Dancerin wird dies hier fotografisch erörtert. Dabei wurde der High End Technik der Ausstellung durch die Benutzung von überlagertem Rollfilm (mit sehr niedrigen Kontrasten) und einer vignetierten Ausbelichtung bewusst ein Look entgegen gesetzt, der in der aktuellen Bilderwelt durch angesagte Vintagefilter digital erzeugt wird, jedoch die meisten analogen Alltagsbilder bis vor 20 Jahren prägte.

Installation im Lichthof: reality check II:

Ein metallischer Kubus bildet die Basis der Installation. In drei Silbergelantineabzügen vom Kleinbildfilm (30x40cm) setzt sich der Fotograf mit den Ausstellungswänden auseinander.

  • unhide zeigt den Fotografen vor Hidden Faces und fragt, warum Männer oft nur bereit sind, nackt zu modeln, wenn das Gesicht verdeckt ist, wie die Autorin der Arbeiten Astrid Susanna Schulz zur Vernissage erläuterte.

 

  • mirror spielt mit dem Hauptbild von Anna Försterling und spielt mit dem Kopfkino welches entsteht, wenn Ausstellungsbilder plötzlich zu realen Situationen werden.

 

 

  • move nimmt die Frage aus reality check I mit zu den Bildern von Butow Romey der bewusst auf Momentaufnahmen die es technisch überhaupt nicht gibt verzichtet, sondern die notwendigen Belichtungszeiten nutzt, um Geschichten zu erzählen.

 

Vom Kubus zieht sich eine Stoffbahn genau an der Stelle zur Decke, wo zum Open Art Space am 19.04. eine Pole Dance Stange stand und an der die hierauf zu sehenden Bilder entstanden sind die in Multiblitztechnik die Essenz dieses Sportes einzufangen suchen.

Der Kubus wird gekrönt vom vergoldeten iMacG3 (Patrice Funke) der vor 20 Jahren den Heimcomputer zur Bilderbetrachtemaschine Nr.: 1 gemacht hat. Hier läuft auch die Arbeit aus dem Jahr 2016 „Digitalisierung killt die Aktfotografie auf Papier“

 und wer sich traut die obere Tür des Kubus  zu öffnen wird überrascht …

 

Aktfotografie wird weiblicher und monochrom

In den letzten Monaten hatte ich wenig Zeit, hier zu schreiben.  Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass ich die aktuell in der blauenFABRIK gezeigte Ausstellung vorbereitet und zu deren Eröffnung am 05. April für das Dresdner Fotoforum den 17. fotografischen Salon organisiert habe. Der hohe Zuspruch zu dieser Veranstaltung zeigte, dass das Genre Aktfotografie weiterhin eine wichtige Rolle spielt aber durchaus neue Aspekte in den Mittelpunkt rücken. Fünf Positionen (vier regionale aus dem STRiKiNG Portal und ein PORTRAITS-Hellerau Satellit wurden an diesem Abend durch fünf Kuratoren vorgestellt. Bemerkenswert waren für mich folgende Aspekte:

  • Es fotografieren (oder veröffentlichen?) verstärkt Frauen im Genre Akt,
  • Monochrome Lichtbilder sind eher die Regel als die Ausnahme,
  • Nacktheit im Bild ergibt sich oft aus dem Sujet und ist nicht vordergründig intendiert,
  • In einer körperschmuckaffinen Generation bedarf es eines Körperporträts, um den fotografierte Menschen seiner Ganzheit darzustellen.

Diesen letzten Punkt griff Birgit Ittershagen-Hammer in Ihrer Laudatio zur Ausstellung von Matthias Schneege direkt auf:

Körper- Porträts in denen es … nicht um erotische Aktfotografie geht, sondern um die Persönlichkeit ganz unmittelbar. Deshalb arbeitet er auch mit reduzierten Mitteln. Er verzichtet – bis auf wenige Ausnahmen – auf Farbigkeit, er verzichtet auf Lichteffekte, er konzentriert sich in seinen fotografischen Aufnahmen auf das Wesentliche. Auf den Körper als Porträt, auf den Körper als Spiegel der Persönlichkeit. Die hier gezeigte Serie hatte lange keinen Namen, er entstand aus der Ansprache der, oft internationalen Models – look at me – schau zu mir in die Kamera. Mir gefällt dieser Titel als Reflexion, zum einen dieses in die Kamera schauen und zum anderen dieses gesehen werden wollen der jungen Frauen, ganz selbstbewusst – schau mich an. Die Einfachheit, der verwendeten fotografischen Mitteln unterstreicht für mich diese Aussage in besonderem Maß.

An den Arbeiten des von mir gewählten Künstlers Butow Romey faszinierten mich insbesondere die Aspekte:

  • klassisches Kleinbildformat im Seitenverhältnis von 2:3, präsentiert in einer fototypischen Printgröße 20×30 cm (ja, man darf etwas näher treten!)
  • die Begrenzung auf die vom Motiv vorgegebenen Kontraste (ja, nicht jede Situation schöpft den vollen Kontrastumfang von Schwarz bis Weiß aus) und
  • das Spielen mit langen Belichtungszeiten, die Lichtbilder jenseits unserer durch Blitz (oder KI) eingefrorenen & überschärften Konsumbilderwelten des Alltags ermöglichen.

Der einzige Vermutstropfen der Ausstellung liegt für mich als Analogenthusiast wohl vor allem darin, dass alle an den Galeriewänden hängenden Bilder Pigmentprints sind und keine fotografischen Abzüge im eigentlichen kulturtechnischen Sinn.

Dieser Beitrag enthält bis zum Abschluss der Ausstellungszeit keine Bilder, da diese bis zum 03.05. immer Mittwoch bis Freitag 16 bis 18 Uhr an den Wänden der Galerie zu sehen sind.  (parablau in der blauenFabrik | Eisenbahnstr. 1 | 01097 Dresden)

Fotodresden überrascht!

Ab und an gebe ich hier eine Übersicht zu sehenswerten Fotoausstellungen in meiner Heimatstadt. Heute mache ich dies noch im Eindruck des gestrigen Fotografischen Salons mit Thomasz Lewandowski, dessen unaufgeregte 4×5″ Dias Polish Summer noch bis zum 07.12. im Kunsthaus Raskolnikow zu sehen sind. Die meisten Bilder haben neben der offensichtlichen Ebene eine Zweite, die man erst durch Nachdenken oder nahes heran gehen erkennt. Hier sieht man den Funkturm des Senders Gleiwitz hinter einer Lidl Filiale … im politischen Polen des Jahres 2018 wird dies als Zeichen einer neuen Besatzung gesehen!

Neue polnische Kunstfotografie gibt es noch bis zum 09.12. in der Kunstakademie auf der Brühlschen Terasse zu sehen. Toll gehängt ist Photographic Salon, ein Angebot für intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer junger Fotografie! Diesseits der Elbe gibt es bei Foto Görner noch bis Januar die großformatigen Schwarz-Weiß Porträts von Ken Wagner zu sehen und in der bautzner69 PROJEKTION, eine Konzeptausstellung von Daniela Friebel, die eine Bilderwand mit Diaprojektionen verbindet. Die Ausstellung lebt auch von der Vielfalt der verwendeten Diaprojektoren, die von der Zusammenarbeit mit den Teschnischen Sammlungen zeugt. (Do-Sa 16-19 Uhr).

Wer dann über die Straße geht und sich im Diakonissenkrankenhaus in die Station 2b (Bauchzentrum) traut, wird von Weltklassefotografie empfangen. Die Porträts von Mohamed Ali sind fotografische Ikonen des Fotografen und ersten nichtamerikanischen Präsidenten der Fotoagentur MAGNUM Thomas Hoepker. Das sich für die Ausstellung Im gelobten Land nach zwei Jahren Suche kein prägnanterer Ausstellungsraum in Dresden fand zeigt, dass die Arbeit des Dresdner Forums für Zeitgenössische Fotografie für Vernetzung der fotografischen Öffentlichkeit mit Vehemenz weitergehen muss. Sich hier persönlich einzubringen ist bei der nächsten Sitzung am 17.12. (19 Uhr Schweppnitzer Str.) möglich. Vorher eröffnet am 7.12. noch ein fotografisches Experiment bei parablau. Doreen Brückner fotografierte bildende Künstler In der Tat und zeigt die Fotografien Seite an Seite mit den Ergebnissen der Taten! Einen schönen ersten Advent & kommt gut durch die Weihnachtszeit!

NAHSEHER 4.1 in der blauenFABRIK!

Kurzer Hinweis: seit gestern gibt es eine neue Variante des Nahsehers im „Rahmen“ der Aufploppgalerie: Was hast’n da in deiner Wundertüte? von art’e’fakt zu sehen! Mit sw Polaroidfilm und dem letzten diskreten (Ein- und Ausgang = analog) Tonaufnahmemedium MiniDisk ausgestattet habe ich die Künstler des Abends gefragt: Wer bist’n du hinter Deiner Wundertüte? Das Ergebnis … ist noch bis 30.11. in der Ausstellung bei parablau zu sehen und zu hören.

Der fotografische Februar

Der Leiter der TSD Roland Schwarz spricht zur Eröffnung

Der Leiter der TSD Roland Schwarz spricht zur Eröffnung

Vorgestern eröffnet in den Technischen Sammlungen Dresden die sehenswerte Ausstellung „Sonne auf Papier“, die sich der Wiederentdeckung alter fotografischer Techniken in der zeitgenössischen bildenden Kunst widmet. Das Dresdner Forum für zeitgenössische Fotografie hält dort am 26.02. dort seinen 9. fotografischen Salon ab und ab März gibt es Workshops zu verschiedenen klassischen Bildverfahren. Am gleichen Ort werde ich am 16.02. erstmals den Jugendworkshop: Porträt+ Selfie= Superselfie anbieten, worauf ich sehr gespannt bin.

Dieser Kurs beginnt mit den ästhetischen Grundlagen des (Selbst)Porträts und endet mit dem Wissen um aktuelle Trends 2017 und der Erarbeitung einer individuellen Bildsprache unter Ausnutzung der technischen Möglichkeiten. Dabei werden Verbreitungswege und Wirkungen kritisch diskutiert.

Portrait, dass ist das Stichwort für meine abschließende Empfehlung. Nach dem Auftakt im vergangen Jahr werden ab 02.03. erneut aktuelle Positionen der Porträtfotografie im Festspielhaus Hellerau und weiteren Galerien der Stadt gezeigt.

4 Nahseher in Dresden

Der neue Nahseher 3.0

Der neue Nahseher 3.0 (Album+MiniDisc)

Mit dem Ende der Schlafwagenära bei der Deutschen Bahn am vergangenen Wochenende habe ich nun den 3. Nahseher fertig gestellt. TRANSEUROPEEXPRESS kombiniert die Fotos einer Schlafwagenreise (NIKON F3 / TRI-X / HP5 / Belichtet ohne Zusatzlicht  und Ausbelichtet in voller Negativgröße ohne Beschnitt auf FOMASPEED vario) mit einer 20 minütigen Tondokumentation auf MiniDisc (dem letzten Tonformat, welches sich diskret ohne Computer schneiden lässt). Entstanden ist ein Album mit 40 Prints (20×30 cm) welches mit Kopfhören die Reise erlebbar macht. Bei ca. 30 Sekunden Betrachtungszeit pro Bild hat man genügend Ruhe, die einzelnen Details der Bilder bis zum letzten Silberkorn zu entdecken und auf sich wirken zu lassen. Öffentliche Präsentationen der Arbeit werde ich hier noch bekannt geben!

Zum Abschluss noch 3 Fotoaustellungsempfehlungen in Dresden:

  1. voll analog: Dabei gewesen – Fotografien aus der DDR-Zeit der ASA Gruppe Fotografie (Frank Höhler, Thomas Kleber, Georg Krause Jürgen Matschie) im Einkaufzentrum am Albertplatz
  2. Digital aber immer im Diskurs mit den bekannten Arbeiten ihres Manns: Die Selbständigen von Christine Starke im Raskolnikow, ihrem Atelier und weiteren Orten in der Dresdner Neustadt
  3. spannende Hybidarbeiten:  Aleksandra Śmigielska: Photographie zeigt zwei Serien der jungen polnischen Fotografin mit einer innovativen Sichtweise erstmals im Ausland im Rahmen von parablau in der blauenFABRIK.

PS: Alle genannten Ausstellungen sind Nahseher, da man hingehen muss und diese nicht über elektronische Abbilder im Netz wahrnehmen kann!

TRANSEUROPE Budapest Keleti im Vollmond mit EN Metropol (30x40 cm auf Kentmare Lustre Baryt)

Budapest Keleti im Vollmond mit EN Metropol (30×40 cm auf Kentmare Lustre Baryt)

Fotoschauen in Dresden, München und Wien

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Nur noch bis 02.11. zu sehen: MAGNUM Fotograf Martin Parr in Wien

Man kann nicht behaupten, dass die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Fotografie in den großen und kleinen Galerien derzeit wenig Aufmerksamkeit bekommt. Hier meine aktuellen Empfehlungen:

LAST MINUTE: Wien, 03. Juni – 02. November 2016:
Martin Parr – A Photographic Journey
KUNST HAUS WIEN

Dresden, 07.Oktober 2016 – 18. November 2016:
„Berührungen“ – Werke von Jindřich Štreit und Svatopluk Klesnil.
blaueFABRIK

München,   ‐  FOTOGRAFIE HEUTE: DISTANT REALITIES
Pinakothek der Moderne 

und last but not least noch eine Überraschung in München, 29.09.2016 – 07.01.2017:

ALEXA MEADE: PREMIERES
Galerie INGO SEUFERT

Fotografie? Malerei? Performance?

 

Aktuelle Ausstellungen in Dresden

Online Galerie: Tisa in Infrarot

Online Galerie: Tisa in Infrarot

Ich freue mich im September in zwei Ausstellungen Bilder zeigen zu können:

Bereits am Freitag eröffnete parablau – to pick in den neuen Räumen der blauenFABRIK Dresden. Hier zeige ich Prints der Serie Sandsteinakt in Infrarot. Zur Infrarotfotografie mit FOVEON Chips habe ich ja schon einiges geschrieben. Bislang hatte ich mich wenig mit

digitaler Nachbearbeitung beschäftigte, wurde ich vom jetzt kostenfrei von Google zur Verfügung gestellten Tool SilverEFEX überzeugt, welches die Infraroteffekte noch einmal deutlicher herausarbeiten kann. Die gesamte 2016er Serie Tisa in Infrarot findet Ihr jetzt auch in meiner Onlinegalerie!

Am kommenden Dienstag eröffnet 20 Uhr im Atelier Starke die Ausstellung Duett Duell zu der ich herzlich einlade… Wie sich die zusammengelosten Paare des Forums für Zeitgenössische Fotografie in einem Rahmen präsentieren werde ich an dieser Stelle am Mittwoch schreiben! Vorab schon mal: Thomas Bachler und Ich zeigen unseren Rahmen unter dem Titel: Polaroid trifft ILFOCHROME